Letzte Aktualisierung: 13. November 2025
Der Global Recycled Standard (GRS) ist ein freiwilliger internationaler Standard, der Folgendes zertifiziert:
Der GRS wurde ursprünglich 2008 von Control Union Certifications entwickelt und 2011 von der NGO Textile Exchange übernommen, die auch weitere Standards verwaltet (GOTS, RCS usw.).
Das allgemeine Ziel ist zweifach:
Zwei Ebenen sind wichtig zu unterscheiden:
Der GRS akzeptiert sowohl Pre-Consumer-Materialien (Produktionsabfälle) als auch Post-Consumer-Materialien (gebrauchte Kleidung oder Produkte), sofern sie der ISO-Definition von „recycelt“ entsprechen.
Der GRS verlangt:
Das verhindert (zumindest theoretisch), dass eine Marke einfach „recycled“ auf ein Etikett klebt, ohne belastbare Nachweise.
Zertifizierte Standorte müssen:
Es geht also nicht nur darum, „ein bisschen zu recyceln“, sondern um eine sauberere Produktion rund um recycelte Materialien.
Der GRS umfasst grundlegende soziale Anforderungen, meist im Einklang mit den Konventionen der ILO1:
Wichtig: Der Standard gilt für die zertifizierten Standorte, nicht automatisch für alle Betriebe entlang der gesamten Lieferkette.
Der Standard schreibt vor:
Ziel ist es sicherzustellen, dass recycelte Textilien nicht nur „auf dem Papier sauber“ sind, sondern mit kontrollierten chemischen Verfahren hergestellt werden.
Textile Exchange führt eine umfassende Überarbeitung seiner Standards durch (einschließlich GRS), mit der neuen Norm „Materials Matter Standard“, die Ende 2025 im Rahmen eines einheitlichen Standardsystems erwartet wird.
Der heutige GRS befindet sich daher in einem dynamischen Umfeld, geprägt durch:
Im Vergleich zu anderen Standards:
Für Konsumenten bedeutet GRS praktisch: „Hier ist der Recyclinganteil wirklich bedeutend.“
Der große Vorteil gegenüber einem einfachen Marketing-„Recyclinglogo“:
Damit ist es ein eher umfassendes Label für den Bereich „recycelte Materialien“ bei Textilien (und anderen Produkten).
Dank:
verhindert der GRS das unbelegte „recycled“ – ein entscheidender Punkt angesichts zunehmender Greenwashing-Fälle.
Für Marken ist er ein wichtiger Nachweis ihrer Umweltclaims, vor allem im verschärften regulatorischen Umfeld.
Der GRS gehört zu den referenzgebenden Standards für recycelte Materialien in der Mode (insbesondere recyceltes Polyester und Polyamid).
Für Einkäufer und Verbraucher ist es ein klar verständlicher Bezugspunkt: Er ist sowohl bei Mainstream-Marken als auch bei engagierteren Labels verbreitet.
Und nun der Teil „was der GRS nicht oder nicht vollständig abdeckt“.
Der GRS garantiert nicht:
Ein GRS-T-Shirt kann sehr empfindlich oder schlecht konstruiert sein: Der Standard bewertet weder das Produktdesign noch die technische Endqualität.
Eine Marke kann:
Analysen betonen klar: Das Label bezieht sich auf das zertifizierte Produkt bzw. die zertifizierte Kette, nicht auf die ganze Marke.
Eine Marke kann also in manchen Bereichen vorbildliche GRS-Produkte anbieten und gleichzeitig in anderen extrem problematisch bleiben (Ultraschnelle Mode, große Produktionsmengen etc.).
Der GRS konzentriert sich auf:
Er stellt jedoch keine vollständige Lebenszyklusbewertung sicher, insbesondere nicht:
Es handelt sich also um ein Label für Recyclinganteil + Produktionsprozesse, nicht für vollständige Kreislaufwirtschaft.
Wie alle Standards, die auf:
basieren, ist das System nicht unfehlbar:
Selbst Textile Exchange gibt zu, dass Standards nicht alle Probleme lösen und die Verantwortung der Marken nicht ersetzen.
Selbst mit einem soliden Label:
Der GRS verbessert die Glaubwürdigkeit des Recyclinganteils, löst aber nicht die technischen Grenzen der Branche.
Zusammengefasst sagt der GRS:
Eine Ultra-Fast-Fashion-Marke kann massenhaft GRS einsetzen und dennoch aufgrund ihres Tempos und ihrer Mengen hochproblematisch bleiben.
Die wichtigsten Punkte: